Maltipps für Interessierte am Photopainting

 

Für Interessenten des Photopainting mögen bei dieser Gelegenheit einige Hinweise über die von mir eingesetzten Programme und Tipps zu Grundfragen hilfreich sein.

Basis der Mal-, Zeichnungs- und Verwandlungstechniken sind vor allem die großen Bildbearbeitungs- und Malprogramme: Corel Photopaint, Adobe Photoshop oder Photoshop Elements, Paintshop Pro, PhotoImpact, Painter u.a.. Dies sind alles Programme, die sogenannte "Rastergrafiken" bearbeiten. Während der Painter z.B. ein Tool für Künstler zur computerunterstützten Realisierung handgemalter Kunstwerke ist, dienen die Bildbearbeitungs-Programme in erster Linie der Bearbeitung von Fotos und gescannten oder im Computer über andere Programme entstandene Grafiken; auch sie bieten beachtliche Maltools und sind durch hinzufügbare Filter (Plugins, siehe unten) hervorragend für kunstvolle Photopaintings geeignet. Alle genannten (und weitere) Programme sind bei mir im Einsatz.

Vor allem wegen seiner einfachen Handhabung bei einer sehr großen Leistungsbreite hat sich bei mir das Programm PhotoImpact zur Vor- und Nachbereitung von Bildern bewährt. Die von mir benötigte Funktionsvielfalt wurde - wie bei allen anderen Programmen - mit zusätzlichen Plugins erreicht; das sind vor allem für Photoshop geschriebene Ergänzungsfunktionen, die sich auch bei vielen anderen Programmen einbinden lassen und preislich zwischen kostenlos und einem Mehrfachen des regulären PhotoImpactpreises liegen können. Eine hervorragende Übersicht über Plugins können Sie sich auf der Site "www.thepluginsite.com" verschaffen. Der deutsche Siteinhaber, Harald Heim, hat sich in vielen Jahren einen exellenten Ruf erworben, bietet auch eigene Plugins an und versucht, mit viel Engagement Transparenz in die Plugin-Angebote zu bringen.

Zur manuellen künstlerischen Bearbeitung ist der Painter eine Toplösung. Die Komplexität der Einstellungsmögichkeiten und das komplexe Ebenenmodell (verschiedene Bearbeitungsschritte werden als jeweils eigenständige Ebenen gehandhabt, die teiltransparent oder opak übereinandergelegt gemeinsam das Bild ergeben) machen dieses auch im Verhältnis teure Programm erst für Fortgeschrittene oder mit Adobes Photoshop Vertraute interessant.

Wegen der unterschiedlichen Funktionalität werden von mir in der Regel mehrere Programme während der Bearbeitung eines Bildes eingesetzt. Abgerundet wird das Ergebnis der manuellen und automatisierten Bearbeitungsschritte oft noch durch Framingfunktionen, z.B. mit dem excellenten Programm "Repligator" von Owen Ransen. Gerade der Bedarf, immer wieder spezielle Funktionen über andere Programme ausführen zu können, ist einer der entscheidenden Gründe für mich, daß nicht Adobes Photoshop oder Photoshop Elements von mir als Leitprogramm eingesetzt wird. Adobe verhindert offensichtlich den Datenaustausch großer Dateien über die Zwischenablage von Windows, die für mich als schnellstes Transportsystem zwischen den Programmen unverzichtbar geworden ist. Während der Import von Adobe hervorragend unterstützt wird, erscheint der Export vernachlässigt.

 

Bei der Auswahl und Bearbeitung sind besondere Eigenheiten digitaler Vorlagen (Fotos, Computergrafiken, Scans etc.) zu berücksichtigen:

  • Heben sich die wesentlichen Details vom unwesentlichen "Hintergrund" ausreichend ab? Der Bearbeitungsaufwand wird in dem gleichen Grade größer, je stärker die Überarbeitung von der Vorlage abweichen muß.
     
  • Störende Schatten? Zu starke oder für das gewünschte Ergebnis deplazierte Schatten können sehr stören und sind oft nur mühsam zu korrigieren. Bei verschiedenen Nachbearbeitungen können zu dunkle große Bereiche zu "blinden" Bildteilen führen, die erneut vor einem Ausdruck aufgearbeitet werden müssen.
     
  • Sind Schärfe, Brillanz und Konturen ausreichend oder müssen sie - evtl. selektiv - verbessert werden?
     
  • Sind zu harte Konturen oder evtl. Störungen, wie Moiree etc. enthalten, die leicht zu Fehlinterpretationen oder bei der programmatischen Bearbeitung zur Verfälschung führen können? Evtl. anderes Foto wählen anstelle langer Vorarbeit.
     
  • Wahl des richtigen Ausschnitts.

 

Herstellen der ausreichenden Vergrößerung / Verkleinerung vor der Weiterverarbeitung. Die Zielgröße des späteren Druckes bestimmt oft bereits die Bearbeitungsgröße. Es kann sinnvoll sein, vor jeder weiteren Bearbeitung die spätere Druckgröße zu erzielen. Musterdrucke zu Beginn der Arbeit können zur Festlegung der optimalen Bearbeitungsgröße sehr hilfreich sein. Auch eine Vorlage, die sehr stark vergrößert werden muß, kann durchaus noch ideal geeignet sein. Als Durchschnittswert für die Einstellung der Auflösung (dpi=Punkte je Zoll) läßt sich bei der am häufigsten in der Praxis vorkommenden Ausgabe über Tintenstrahldrucker mit 100dpi arbeiten. Soll ein Werk später über Druckmaschinen gedruckt werden, sollte die Auflösung bei ca. 300dpi liegen. Eine nachträgliche Vergrößerung eines fertigen Bildes ist immer mit einer Vergröberung, im schlechtesten Fall mit deutichen Stufenbildungen, verbunden. Eine Verkleinerung ist dagegen unter Berücksichtung der "Auflösungsverluste kleinerer Bilder" möglich.

Erzeugte Maskierungen für selektive Manipulationen bei z.B. der Vorlagevorbereitung können im Alphakanal oder dauerhaft als Maskenbild gespeichert werden. Immer wieder sind manuelle Korrekturen, z.B. mit Hilfe von Pinsel, Retuschierwerkzeugen, Klonfunktionen etc. sinnvoll. Auch zum "Finish" können diese Werkzeuge eingesetzt werden.

Für Drucke, mindestens auf dem eigenen Tintenstrahldrucker, ist oft die deutliche Anhebung der Helligkeitswerte oder besondere Farbanpassung gegenüber dem Original nötig. Ein Bild, das auf dem leuchtenden Monitor hervorragend wirkt, kann im Ausdruck schnell enttäuschen. Hier ist auch die Kalibrierung (Anpassung) von Monitor und Drucker nur bedingt eine Hilfe. Probedrucke auf den gewünschten Papieren sind für die optimale Farb- und Helligkeitseinstellung auf dem Computer hilfreich, dies insbesondere auch hinsichtlich der Farbwerte, die je nach Papierart verschieden wiedergegeben werden können. Entscheidende Bedeutung hat die richtige Papierwahl. Leuchtende Farben sind nur auf geeigneten Papieren sicher. Auch die Art der Tinten (Farblösung (Dye) oder Pigment) gibt deutliche Unterschiede.
Achtung: spätestens bei der Herstellung von Großformaten muß eine Druckerei oder ein gut ausgestatteter Copyshop eingeschaltet werden. Die dort erzielten Farbwerte weichen oft erheblich von den eigenen Druckerfahrungen ab! In einer dauerhaften Zusammenarbeit mit einem Druckpartner können solche Probleme gut gelöst werden.

Computer-Kunstbilder lassen sich oft in einem weiten Bereich ohne wesentlichen Qualitätsverlust vergrößern und ermöglichen im Extremfall Wandflächen füllende Bilder. Natürlich gibt es die Abhängigkeit von der Arbeitsgröße im Computer und des Betrachterabstandes bei großdimensionalen Bildern - letzteres nicht anders als bei traditionellen Gemälden. Die technische Ausstattung einiger Fotolabore läßt z.B. die Vergrößerung eines A4-Bildes ohne merkbare Rasterung zu nahezu beliebigen Projektionsausmaßen zu.

Ganz wesentlich ist ein Abspeichern aller Zwischen- und Endergebnisse in einem Format ohne Kompressionsverluste (z.B. Photoshop PSD, PING, TIFF etc.). Unbedingt Vorsicht walten lassen mit dem platzsparendsten Format JPEG, hier sind herbe Inhaltsverluste oder Verfälschungen vorprogrammiert, das neue JPEG-2000 Format ausgenommen. Das Dateiformat PING (PNG) bietet bei entsprechender Einstellung eine optimale platzsparende und verlustfreie Speicherung. Für Zwischenschritte, die mit Filtern und Endbearbeitung nochmals bearbeitet werden, kann allerdings eine JPEG-Kompression mit hoher Qualität (nicht unter 90%) noch ausreichend sein.

 

Der Photopainter - Friedrich Rohrbach, 61191 Rosbach v.d.H., 06003 / 935 20 40

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